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You're never too young to be a dirty old fan

Born to be Waldi


Gibt es eigentlich auch einen Grimme-Preis für besonders dämliche, strunzdumme und grenzenlos blöde TV-Sendungen? Dann würde Waldis Club wohl alle zwei Jahre damit ausgezeichnet. Die Sendung wird eigentlich nur geguckt, weil man nach einem Fußballspiel gerne noch ein paar Leute darüber reden hört. Und da es die einzige ist, muss man nicht nur  den dumpf-biederen bayerischen Humor des Gastgebers ertragen, sondern auch diesen viertklassigen Beckenbauer-, van-Gaal- und was-weiß-ich-Imitator Matze Knop.
Außer Hansi Müller und gelegentlich Paul Breitner sitzt mittlerweile kaum noch jemand an Waldis Stammtisch, der sozusagen vom Fach ist, also selbst mal Fußball gespielt hat oder beruflich damit zu tun hat. Weil keiner mehr in die Sendung kommen will, werden die Stars einfach vom „Kult-Kaiser” Knop gedoubelt — ein Stimmenimitator ist halt viel günstiger und leichter zu handhaben als ein Original.

Wir erinnern uns: Anlässlich der Winter-Olympiade 2006 in Turin gab es eine Aftershow-Party mit Harald Schmidt und Waldemar Hartmann, die davon lebte, dass sie von zwei sehr gegensätzlichen Persönlichkeiten moderiert wurde. Ein Sport-Event später war Harald Schmidt dann schon nicht mehr dabei und Waldi erbte das Format. Und seitdem versucht die ARD krampfhaft, das Stammtischniveau deutscher Fußballvereine zu unterbieten.
Schon irre, was für unwichtige Gäste einem da präsentiert werden: die NDR-Plaudertante Bettina Tietjen, die ernsthaft wissen möchte, ob man nicht auch mit zwei Mittelstürmern spielen könne,  oder Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, der plötzlich als Fußball-Experte gilt, weil er eine BVB-Tasse geschenkt bekam. Und wenn man dann fast auf der Couch eingeschlafen ist, wird man von dieser penetrant ätzenden Stimme des Kult-Knops wieder hochgeschreckt. Da versteht man doch, warum Rudi Völler einst so cholerisch auf Waldi reagiert hat.

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