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You're never too young to be a dirty old fan

Corona-Kanon (11)

Ella Berthoud und Susan Elderkin (und Traudl Bünger) haben schon 2014 ein medizinisches Handbuch der etwas anderen Art verfasst — „Die Romantherapie – 253 Bücher für ein besseres Leben”. Es bietet bei einem gebrochenen Herzen ebenso Hilfe wie bei einem angestoßenen Zeh und behandelt eine Reihe von allgemeinen Lebenslagen wie Geburtstagsblues, Lustlosigkeit oder Midlife-Crisis, stellt sich aber auch größeren Herausforderungen des Lebens wie dem Verlust eines geliebten Menschen oder dem Umstand, plötzlich alleinerziehend zu sein. Ob Schluckauf oder Montagmorgen-Gefühl, Bindungsangst oder fehlender Sinn für Humor – auch hierbei schafft es Abhilfe. Und diese Heilmittel bekommt man nicht in der Apotheke, sondern in einem Buchladen oder in einer Bücherei.

Berthoud und Elderkin haben dafür die Literatur der letzten zweitausend Jahre nach den brillantesten Köpfen und den heilsamsten Lektüren durchforstet, von Apuleius, dem Autor des Goldenen Esels aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., bis zu den zeitgenössischen Elixieren von Ali Smith und Jonathan Franzen. Der Glaube an die Heilkraft der Literatur als die reinste und wirkungsvollste Form der Bibliotherapie gründet sowohl auf ihren eigenen Erfahrungen mit Patienten als auch auf einer ganzen Lawine anekdotischer Beweise. Einige Therapien bringen vollständige Heilung, andere spenden Trost und zeigen, dass man nicht allein ist. Und wie alle Heilmittel sollten auch diese literarischen vollständig eingenommen werden, um die beste Wirkung zu erzielen. Neben den angesprochenen Kuren bietet die Romantherapie auch Abhilfe bei den unterschiedlichsten Leseleiden und eine Liste der jeweils zehn besten Bücher für jedes Lebensjahrzent eines Erwachsenen.

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